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Impuls zum 25.Oktober 2026

Zum 30. Sonntag im Jahreskreis

Von Veronika Hüning (Höhbeck im Wendland), pax christi Diözesanverband Hildesheim

Sich festmachen an Gott

Lied: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (GL 422)

Ex 22, 20-26
Das ist schon eine heftige Zuspitzung: dass im Bundesschluss zwischen Jahwe und seinem Volk die Drohung ausgesprochen wird, Gott werde denjenigen umbringen, der Witwen und Waisen ausnützt. Gott ist geradezu radikal parteiisch; er stellt sich auf die Seite der Armen, der Entrechteten, der Menschen am Rande.

Das ist auch unser Platz als pax christi. In der Nachfolge Jesu Christi dient uns die Bergpredigt als Orientierung. Und da heißt es: „Wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.“ Das schließt sich nahtlos an die Aufforderung im Buch Exodus an: „Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben, denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt.“

Sich dafür einzusetzen, dass kein Mensch ausgebeutet wird, dass gegen Unterdrückung und Wucher vorgegangen wird, muss auf der Agenda unserer Bewegung stehen. Das heißt: gegen moderne Sklaverei kämpfen, gegen ein kapitalistisches System, in dem die Reichen ein unanständig hohes Vermögen anhäufen, während noch immer viele Millionen an Hunger sterben. Denn unser Gott ist ein Gott des Mitleids.

Psalmgebet: GL 61 (Verse 1-9)

1Thess 1, 5c-10
Überall erzähle man sich, so Paulus, „wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt.“ Die Götzen damals waren heidnische Götter. Die Götzen heute – das sind das Kapital, der Markt, dem alles unterworfen werden soll. Ich erinnere an die Erklärung der Kommission Friedenspolitik von pax christi im Januar 2026, die eine „immer ungleichere Verteilung an Vermögensbildung und Lebenschancen auf der Welt“ beklagt und die „Versuchung, wirtschaftliche Interessen an Wasser, Rohstoffen und Land durch militärische Gewalt durchzusetzen“. Es scheint ein Sisyphos-Unterfangen zu sein: die Bekehrung von den Götzen von heute. Aber sie ist lebensrettend.

Lied: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen (GL 414)

Mt 22, 34-40
Die dreifache Liebe – wie können wir sie leben hier und heute, in unserem Umfeld, in der Friedensbewegung?
Gott lieben, das bedeutet für mich vor allem, niemanden an eine höhere Stelle zu setzen als Ihn, keinen irdischen Machthaber, keine religiöse Autorität. Es heißt, Gott zu suchen, Seinen Verheißungen zu vertrauen, sich festzumachen an Ihm.

Den Nächsten lieben ist für mich kein Gefühl. Es bedeutet Zuwendung, Solidarität, hilfreiche Tat. Und der Nächste ist nicht der uns Nahestehende, sondern der Mensch, der uns braucht.

Ihn zu lieben „wie mich selbst“ – das betont seinen Wert, ohne meinen eigenen Wert zu schmälern. Mich selber lieben bedeutet für mich u.a.: für meine körperliche und seelische Gesundheit zu sorgen, für Lebensfreude, mich nicht zu überfordern, mir zu verzeihen, was nicht gelungen ist.

Wenn an dem Gebot der dreifachen Liebe „das ganze Gesetz und die Propheten“ hängen, dann brauchen wir nicht viel mehr, nur unsere Gemeinschaft, die uns erinnert, mahnt, tröstet und stärkt.

Gebet
Du Gott des Lebens, wir bitten dich für die Menschen, die arm gemacht und unterdrückt sind und die ausgenutzt werden. Stelle ihnen Menschen zur Seite, die sie unterstützen!

Zwischenruf: Kyrie (GL 156)
Wir bitten dich für die Menschen, die an Besitz und Konsum hängen. Befreie sie!
Wir bitten dich für die Menschen, denen Liebe fehlt. Schenke ihnen neue Erfahrungen der Solidarität und Freundschaft!
Wir bitten dich für die Menschen, die ihren Glauben an dich verloren haben. Lass sie neu deine Nähe erfahren!
Wir bitten dich für die Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, und für uns alle. Begleite sie und segne unser Tun!

Lied: Danket Gott, denn er ist gut (GL 402, Str. 1-3, 11)